Stegpassage Heiß begehrt war die Nummer 1952.

Davia Bukowsky (Mitinitiatorin von Intershop 4)

Im Rahmen von Intershop IV, einer Künstlerkooperation zwischen Karlsruhe und Halle, im September 2006, nummerierte Jörg Brombacher sämtliche Emaille-Fassadenplatten der Steg-Passage für einen geplanten Verkauf der Platten. Count by Numbers, so lautet der Name der Kunstaktion Jörg Brombachers. Die Fassadengestaltung der Steg-Passage erfolgte in den 1980ern, diese Praxis: Kunst am Bau, findet unmittelbare Vorbilder in den Wandbildern insbesondere in früheren Emaille-Arbeiten in Halle-Neustadt, wiewohl man formalästhetisch absolut in den 1980ern angekommen ist und zur selben Zeit nicht nur im Sozialistischen Ausland vergleichbare Gestaltungen entstanden sind. Jörg Brombachers Aktion bedeutet letztlich Überzeichnung und Aneignung von Kunst im öffentlichen Raum, durch Kunst im öffentlichen Raum, dies mag als weitere Form der Appropriation Art gelten. Interessant ist jedoch, dass neben der zweiten Autorenschaft ein konkreter Geldwert für den Verkauf der Platten festgelegt wird und somit die Eigentümerfrage im merkantilen Sinne neu regelt. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Platten sollte die städtische Kultur Halle gefördert werden. Und somit ist die Fassadengestaltung der Stegpassage zum Gemeingut erklärt. Der Verkauf der Platten fand bislang aufgrund eigentümerrechtlicher Bedenken des damaligen Treuhänders nicht statt. Dennoch - Etliche hatten bereits ihr Kaufinteresse an bestimmten Nummern der Emailleplatten vormerken lassen. Heiß begehrt war die Nummer 1952.

www.dieschoenestadt.de/projects/intershop4.tk/brombacher.html

 

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