Ich habe letztens einen Film gesehen, da war ein thief-tag im Hausflur.

Judith Albrecht

Das Schönste an Halle ist das thief-tag, das Schönste an Berlin ist das thief-tag …. Haben Peking und Moskau auch schon ein thief-tag? Wenn Freunde aus München zu Besuch in Halle sind, starren sie nicht ohne Neid (München hat so etwas nicht) auf schmeißfliegenäugige Beklebungen an den Häuserwänden, die so tun als seien es Papierflugzeuge. Etwa auf der Höhe wo Hunde ihr Bein ans Gebäudefundament heben, huschen zweidimensionale Schablonenratten entlang und der sympathische Karltoon verteilt Geschenke von der Wand in die Stadt. Ich könnte mich nun in einer endlosen Aufzählung hallescher Graffitis üben, aber ich verweise lieber auf den Fußgängertunnel am Waisenhausring, neben dessen Eingang seit 2006 zumindest einige bekannte Insignien in Reduzierung auf ihre Buchstaben von Konrad Mühe aufgezählt worden sind. Die Stadt Halle erteilte ihm hierfür den Auftrag und dies muss keineswegs ein Bekenntnis für Graffiti sein, vielmehr ist es eine entmilitarisierende Geste im lokal bekannten Streit darüber. Zurück zu thief, ich unterhielt mich mit Judith über das Graffiti an der Richard-Riemerschmid-Villa, Ecke Ernestusstraße/Advokatenweg. Wir stritten darüber, ob das Weiß um den Schriftzug nun rosa oder silber sei und uns fielen noch ganz viele andere thief styles ein. Zum Beispiel das neben Brohmers Eisdiele, oder das in der Baulücke vis a vis der Galerie archcouture und jene in Berlin-Mitte. Dann sagte Judith den atemberaubenden Satz: „Ich habe letztens einen Film gesehen, da war ein thief-tag im Hausflur“.

http://streetfiles.org/search/thief/photos

 

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