Aus einer vergessenen Kirche wird eine lebendige Gemeinde.

Gerry Wöhlmann

Die,1892/93 im Neobarock errichtete Johanneskirche wurde in der DDR als „C-Kirche“ eingestuft. Das bedeutete, die Johanneskirche war dem Verfall preisgegeben. Vieles wurde demontiert. Kunstschätze, so der Taufstein, die Kirchenbänke und die Orgel kamen abhanden. Pfarrer Gerry Wöhlmann sagt in unserem Gespräch: „dies gibt eigentlich nur Grund zum Jammern, aber wir dürfen nicht vergessen, das Bauwerk ist nur die Außenhülle, die Kirche selbst, das sind die Mitglieder der Gemeinde". Und die Johannesgemeinde wächst. Die Kirche die bereits als Bruchstelle aufgegeben zu sein schien wurde 2006/07 zur Kirche des Jahres und zusehend wird auch das Bauwerk Instand gesetzt. „An diesem Beispiel eröffnen sich Möglichkeiten“, sagt Pfarrer Wöhlmann, „aus dem Stein des Anstoßes wurde eine Stufe. Diese Stufe führt dorthin wo die Spitze des Johanneskirchturms hinzeigt". Die Johanneskirche liegt unmittelbar östlich neben dem Johannesplatz. Als historistisches Bauwerk der Gründerzeit, inmitten nahezu schmuckloser Bauten der ersten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts, markiert die Kirche die beiden wesentlichen Bauabschnitte der Stadterweiterung südlich des Ranneschen Platzes. Ein weiterer Aspekt der Stadtentwicklung lässt sich trefflich mit dem Begriff Segregation beschreiben. Das Wohngebiet um die Johanneskirche erlebt seit Ende der 1990er Jahre in Folge von anhaltenden, umfassenden Sanierungen ganzer Straßenzüge einen Austausch seiner Bewohner. Dieser Umstand erklärt letztlich, ohne hiermit das Engagement der örtlichen Kirchenvertreter in Abrede stellen zu wollen, den Zuwachs der Johanneskirchengemeinde.

www.johanneskirche-halle.de

 

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