Am Anfang meiner Arbeit am Dom dachte ich, mein lieber Mann – was ist an dem noch alles noch zu tun. Und dann ging vieles schneller als erwartet.

Martin Filitz, Domprediger

Dom zu Halle, Altar

Ich arbeite seit Herbst 1995 für die evangelisch reformierte Domgemeinde in Halle. Die Gemeinde besteht seit 1680, sie zählt derzeit etwa 300 Mitglieder aus Halle und Umgebung. Am Anfang meiner Arbeit am Dom dachte ich, mein lieber Mann – was ist an dem noch alles noch zu tun. Und dann ging vieles schneller als erwartet. Anfang der 1990er begann mit dem Dach die Grundsanierung des Domes. In meiner Antrittszeit waren bereits die Arbeiten im Innenraum des Doms zugange. Einen großen Anteil am Fortgang der Restaurierung haben die Domstiftung des Landes Sachsen-Anhalt und unser Architekt Herr Rüger. Die Restaurierung des Altars wird im Anschluss an die Arbeiten an der Kanzel erfolgen, sie wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Das Altarbild stammt aus der Hand des sächsischen Hofmalers Christoph Steger. Herzog August von Weißenfels, der nach Kardinal Albrecht seine Residenz in Halle hatte, beauftragte den Maler mit der Gestaltung des frühbarocken Altars. Der Altar ist kunstgeschichtlich sicherlich nicht von herausragender Bedeutung, allein die Palmsäulen mit den vergoldeten Wedeln verweisen in ihrer Symbolik auf die „Fruchtbringend Gesellschaft“ deren Mitglied Herzog August war. Bekannt ist der hallesche Dom zum einen durch Kardinal Albrecht von Brandenburg, der seinen reichhaltigen Reliquienschatz in der einst als „Schatzkästlein“ errichteten Stiftskirche unterbrachte und zum anderen durch Lyonel Feininger, der den Dom in seinem Gemälde einzigartig in Lichtkuben auflöst. Ein schöner Blick – vom Fenster des Kunstmuseums Moritzburg auf den Dom und die Stadt, gleich neben dem Ausblick hängt Feiningers Sicht auf den Dom.

Martin Filitz, Domprediger

 

 

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