Künftig werden die Schiffs- und Bootsführer den Schleusenvorgang selbst auslösen.

Ulrich Weber, Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg

Gimritzer Schleuse

 

Die Gimritzer Schleuse wurde 2011 an Toren erneuert, der Antrieb erfolgt nun über Elektrohubzylinder und die Steuerung der Schleuse wurde auf automatischen Betrieb umgestellt. Künftig werden die Schiffs- und Bootsführer den Schleusenvorgang selbst auslösen. Mit Saisonbeginn 2012 können sich Berufsschiffer per SMS zur Schleusung eintakten. Im Moment realisieren wir noch den erforderlichen Testbetrieb der Anlage.

Die Gimritzer Schleuse gehört zu den ältesten Schleusenstandorten der Saale.

Unter dem Kurfürsten Friedrich III wurden gegen Ende des 17.Jahrhunderts sämtliche, meist vormalige Holzschleusen, der Saale zu Steinschleusen umgebaut. So wurde 1696 auch die Schleuse Gimritz in Stein errichtet.

Um 1830 erfolgte eine erste bauliche Anpassung der Gimritzer Schleuse, Beleg hietfür ist eine unlängst entdeckte Kupferplatte im rechten Spurlager des Untertores. Maßgabe für den neuerlichen Umbau analog zu den weiteren Schleusen der Saale war die einheitliche Schiffsgröße: Groß-Finowmaßkahn (250t). Ein weiterer Umbau der Schleuse wurde um 1900 mit dem Ziel vorgenommen, den Saalemaßkahn (450t) aufnehmen zu können. Die heute bestehenden schrägen Kammerwände sind auf den alten, in ihrer Weiterführung ehemals senkrechten, Schwergewichtsmauern gegründet. Die letzte Grundinstandsetzung der Gimritzer Schleuse erfolgte 1954.

Die Gimritzer Schleuse ermöglicht zusammen mit dem benachbarten Wehr das Befahren der Wasserstraße. Die Staustufe sorgt für eine schiffbare Wassertiefe und gleicht das örtliche Gefälle aus. Die Absenkung bei Mittelwasser liegt bei ca. einem Meter. Die Saale wurde einst unter anderem zum Transport für die hiesigen Salzvorkommen schiffbar gemacht, heute sind ihre Schleusen überwiegend für den Wassertourismus und die Fahrgastschifffahrt von Bedeutung.

Seit 1990 wird die Gimritzer Schleuse von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betrieben.

 

Ulrich Weber, Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg (Leiter Außenbezirk)

 

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