In unseren ersten Planungsideen sollte die neue Berliner Brücke in gebührendem Abstand im Bogen um die alte Stahlbrücke geführt werden. Die 92-jährige „Alte Dame“ wurde aus vielerlei Gründen abgebrochen. Schade!

Uwe Graul

Uwe Graul, ein hallescher Architekt hat seine Stadt in der Tat mit anspruchsvoller Architektur bereichert. Doch bei seiner neuen Berliner Brücke gibt es neben allem Geschmäcklerischen ein Problem, die alte Brücke, ein Eisenschwein mit tausenden Nieten, ist für immer weg. Die alte Brücke war eine Bestandteil des Eindrucks beim Blick auf die Wüst des Bahnhofes, auf rostige Güterwaggons, auf die verhüllten Luxuslimousinen der Autozüge und manchmal auch auf alte Dampflokomotiven. Der Pylon der neuen Brücke wirkt überdimensioniert, man erwartet bei seinem Anblick mindestens eine vierspurige Autobahnbrücke, es ist aber nur die Berliner Straße, ein Zubringer auf die B 100. Uwe Graul weiß das selbst und ärgert sich darüber, denn der Pylon sollte eine Brücke halten die fast ohne Auffahrrampe und Brückenböschung auskommt. Dann wurde die Brücke optisch über den Gleisen schweben und man würde sich vielleicht sogar etwas über eine gewagte Konstruktion wundern können.

 

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